Drei Fragen an Bezirksbürgermeisterin Annette Klinke

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Wie haben Sie das Jahr 2020 erlebt?
Das Jahr war leider wieder mal geprägt von Corona. Was ich schade finde, das wir zum Beispiel keine Stadtteilkonferenz oder keinen Jahresempfang machen können. Damit fällt auch der persönliche Kontakt aus, den ich sehr wichtig finde. Es ist immer besser, wenn man sich persönlich trifft mit Vereinen, Anwohnern und den anderen Akteuren im Bezirk. Wenn man immer doppelt organisieren muss, also einen Termin vor Ort und als Backup eine Onlinesitzung. Das finde ich extrem anstrengend. Trotzdem haben wir im Bezirk viel umsetzen können.

Was ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
Ein Höhepunkt war die Umbenennung des Blücherplätzchens in Maria-und-Josef-Otten-Platz umbenannt. Damit ehren wir das Düsseldorfer Ehepaar Maria und Josef Otten, das 1944 in Düsseldorf zwei jüdische Männer versteckt und sie so vor dem Holocaust bewahrt hat. Das war uns in der BV 1 sehr wichtig und schön, dass das geklappt hat. Ganz anders aber eine gute Idee war der Weihnachtsmarkt auf dem Münsterplatz. Schön, dass auch neue Konzepte funktionieren. Auch vom Weihnachtsmarkt unter der Franklinbrücke habe ich viel Gutes gehört. Im Dezember ist Tempo 30 auf der Eulerstraße eingeführt worden. Da wollen wir einen Smiley aufstellen, der Autofahrer an die Geschwindigkeitsbegrenzung erinnert, damit sich alle dran gewöhnen.

Was steht in diesem Jahr an?
Da passiert eine ganze Ecke. Zum einen wird der Heinrich-Heine-Platz umgebaut, das wird ein Großprojekt in der BV1, da bin ich sehr gespannt, wie das funktioniert und wie das angenommen wird.  Insgesamt werden in diesem Jahr Mobilitäts-Hubs gebaut. An 18 Standorten im Bezirk soll es dann Car-Sharing, Abstellmöglichkeiten für Fahrräder, E-Mobilität geben, also Möglichkeiten für Menschen, das eigene Auto auch mal stehen zu lassen. Eine Herausforderung bleibt die Verkehrswende. Es fallen weitere Parkplätze weg. Auf der Franklinstraße, der Bagelstraße und der Füsilierstraße ist Längsparken nicht mehr möglich. Das liegt daran, dass Autos immer länger und dicker werden und die Feuerwehr dann nicht mehr durch kommt. Wenn nur noch Querparken erlaubt ist, dann fallen Parkplätze weg und das ärgert Anwohner. Das haben wir zwar nicht entschieden, wollen das aber vor Ort moderieren. Und der Reeser Platz wird uns beschäftigen. Im Frühjahr soll es eine Bürgerbeteiligung geben. Wir hatten ja jetzt einige Bürgerbeteiligungen mit Kö, Opernhaus, Werhahn, deshalb haben wir das auf dieses Jahr verschoben. Wir werden die fünf ausgezeichneten Entwürfe rund um das 39er Denkmal vorstellen und dann diskutieren, was braucht der Platz. Ein ganz besonderes Anliegen sind uns dazu wieder die persönlichen Treffen. Eine Stadtteilkonferenz zusammen mit der Hochschule Düsseldorf planen wir gerade, wenn alles klappt, findet die im Juni statt.