Zum ersten Heimatabend des Jahres stand in der Buscher Mühle das Thema wohnen auf der Tagesordnung. Zwei Initiativen haben sich vorgestellt: Das Bündnis bezahlbarer Wohnraum sowie die Inititive HB39.
Bevor die zu Wort kamen, arbeitete Vizebaas Chrisitan Feies die Tagesordnung ab, drauf standen erfreuliche Punkte: Mit Detlef Böhnke und Kerstin Behrens wurden gleich zwei neue Mitglieder aufgenommen und mit dem Jongeslied begrüßt. Kerstin Behrens ist die zweite Frau als reguläres Mitglied. Anschließend eröfffnete der Vizebaas das Buffet, denn traditionell gibt es im Januar Blutwoosch en dr Möhl.
Dann kamen die Referenten zu Wort. Überthema des Abends waren der knappe Wohnungsmarkt, hohe Mieten und die zuletzt in die Schlagzeilen geratenen Praktiken von Vermietern vor allem in Golzheim.
Zunächst stellten Frau Hillebrand und Herr Müller-Hillebrand die Initiative HB39 vor, die sich gegen den Bau zweier Hochhäuser an der Hans-Böckler-Straße wehrt. Sie befürchten mehr Verkehr, steigende Mieten, Verschattung durch einen 120 Meter hohen Büroturm und sagen, es gäbe zu viel Büroleerstand in der Stadt, so dass man die Häuser nicht brauche. Im März planen sie einen Rundgang durchs Viertel. Wir bleiben dran und werden beim Bauherrn, der Firma „die Developer“, nachhören, was sie zu den Vorwürfen sagen. Es besteht dort Interesse, selbst zu einem Heimatabend zu kommen.
Anschließend berichtete das Bündnis bezahlbarer Wohnraum aus seiner alltäglichen Arbeit. Klaus Hübinger, Evi Mahnke, Laura Knapp, Matthias Rieß und Chris Wöstemeyer waren in die Mühle gekommen. Das Bündnis ist eine lose Zusammenkunft betroffener und interessierter Personen und Organisationen. In den vergangenen Wochen war es mehrfach in den Schlagzeilen, weil Vermieter versuchen, Mieter auf der Bankstraße, der Mauerstraße oder der Seydlitzsstraße aus ihren Wohnungen zu bekommen. Entmietung heißt das und Betroffene haben sich im Bündnis zusammengeschlossen, das unter anderem von fiftyfifty organisiert wird.
Das Bündnis beklagt:
– Mieten steigen derzeit stark an (tlw. um etwa 32 Prozent)
– Beim Verkauf von unvermieteten Wohnung sei deutlich mehr Gewinn als durch Vermietung
– Der berechnete Bedarf sei 4.700 bezahlbare/leistbare Wohneinheiten pro Jahr, erfüllt werde etwa 10 Prozent
Dann erzählten Mieterinnen und Mieter aus der Praxis, wie mit ihnen umgesprungen wird. Mona und Paule, beide über 80, leben seit 15 Jahren auf der Bankstraße. Von 50 Wohnungen in ihrem Haus seien noch 12 bewohnt. der Vermieter ekele die Mieter raus. Sie haben über 100 Bewerbungen auf andere Wohnung geschrieben, werden aber aufgrund ihres Alters nicht genommen. Einen Kredit zur Finanzierung einer Eigentumswohnung bekommen die beiden nicht mehr. Vielen Mieter*innen etwa an der Mauerstraße gehe es ähnlich.

