Beim Heimatabend im Oktober drehte sich alles um die Gastronomie in Düsseldorf im Allgemeinen und um Derendorf, Pempelfort und Golzheim im Speziellen. Unser Referent Markus Eirund erklärte uns die Gründe für die Entwicklung der Gastrolandschaft, erklärte dass die Martinsgans eine ganze Ecke teurer werden dürfte und beschrieb neue Trends. Es war ein spannender Abend, den die 35 anwesenden Mitglieder mit Fragen bereicherten.
Markus Eirund ist studierter Jurist, nach dem ersten Staatsexamen wechselte er in die Gastronomiebranche und hat inzwischen eine eigene Consultingagentur. Dort berät er Gastronomen etwa bei der Konzepterstellung, bei der Suche nach Räumen oder Personal und Nachfolgern. Er betreibt zudem in den sozialen Medien das Gastroportal Düsseldorf mit monatlich über 5 Millionen Aufrufen. Er ist bestens vernetzt. „Wenn ein Laden den Besitzer wechselt oder plötzlich schließt, erfahre ich das meist als erster“, sagt Eirund.
Beim Heimatabend schilderte er zunächst die Entwicklung in Düsseldorf: „Es ist vor allem ein Generationswechsel, der zu Veränderungen führt. Die Alten gehen aus finanziellen Gründen weniger aus, die Jungen trinken nicht mehr so viel Bier, dafür Macha oder Wein und sie holen sich ihre Tipps aus dem Internet.“ Deshalb boomten etwa Burgerläden und Asiaten, die man bei der Zubereitung mit dem Smartphone filmen kann, etwa im ehemaligen Geistengrill.
Die hohe Fluktuation sei ebenfalls mit dem Kundenverhalten erklärbar: „Früher waren in den Ladenlokalen Schuster, Schneider oder andere Dienstleister. Die gibt es nicht mehr. Also füllen Gastronomen die Lücke. Deshalb gibt es einen riesigen Zuwachs. Früher waren auf Roß- und Moltkestraße vielleicht drei Gastronomen, die gute Einnahmen machten. Heute sind es 30. Und alle nehmen sich gegenseitig Kunden weg.“ Und auch Personal. Viele wollten heute nicht mehr in der Gastro arbeiten. Beim Thema Ausbildung zum Beispiel. „Heute haben78 Prozent der Auszubildenden einen Migrationshintergrund.“ Die Zuhörenden fragten eifrig nach und es entwickelte sich eine spannende 90-minütige Diskussion. Die schloss Markus Eirund mit einem Wunsch: „Wenn Sie im Urlaub weg gehen, dann schauen Sie auch nicht auf den Preis. Ich wünsche mir, dass sie nach einem gelungenen Abend auch in Düsseldorf sagen: Das war toll, das war es mir wert!“ Dafür gab es Kopfnicken und Applaus, Baas Piet Keusen bedankte sich bei Markus Eirund für den Vortrag mit der Ehrengabe der Derendorfer Jonges.
Angefangen hatte der Heimatabend mit einer Schweigeminute. Die Mitglieder verabschiedeten sich im stillen Gedenken von Ehrenmitglied Marlies Smeets und Alwin Karbe, die im September verstorben waren. Nach den Vorstellungen der Pläne für den Martinszug nahm der Baas noch zwei neue Mitglieder auf. Die Anwesenden begrüßten Wolfgang Key und Irmhild Keusen mit dem Jongeslied und dreimal „Schlag Rad!“

