Der Marstallgiebel und seine zwei Nebengiebel, einzigartige Werke des Hofbildhauers Grupello, der auch das Jan-Wellem-Denkmal schuf, zierte knapp zwei Jahrhunderte lang das Jagdzeughaus, den späteren Marstall von Schloss Jägerhof, bis dieser einer Orangerie weichen musste. Die Giebel fanden auch hier ihren Platz und waren fortan Teile des Neubaus, der beim großen Fliegerangriff am 11. Juni 1943 verbrannte. Es konnte nur der Hauptgtiebel zum größten Teil, sowie einer der beiden Nebengiebel, dieser zur Hälfte, gerettet und in Sicherheit gebracht werden. Seitdem lagerten die Giebel in verschiedenen Kellern von Schloss Eller, der ehemaligen Landesbibliothek am Grabbeplatz und im Schloss Benrath (dort zuletzt im feuchten Keller unter einer Terrasse). Dort wurden sie im Jahr 2006 von Prof. Dr. Klaus Pfeffer wiederentdeckt und ins allgemeine Bewusstsein gebracht.
Heute lagern die inzwischen von Schädlingen befreiten Schnitzwerkgiebel in einer von der Stadt angemieteten Halle an der Erkrather Straße und warten dort auf ihre Restaurierung.
Prof. Dr. Klaus Pfeffer verfasste 2006 eine Aufrufschrift zur Rettung der Marstallgiebel. Daraufhin wurden diese in Deutschland einzigartigen Kunstwerke zunächst in den sicheren Keller einer Spedition verbracht. Jetzt trat das Restaurierungszentrum der Landeshauptstadt Düsseldorf ins Geschehen, hier der in Holzfragen kompetente Restaurator Jürgen Bandsom. Zunächst wurden die Kunstwerke in einer eigens hierfür erweiterten Stickstoff-Begasungsanlage vom starken Holzschädlingsbefall befreit. Dank vorzüglicher Fotoaufnahmen aus der Zeit um 1910 wurden die Werkstücke identifiziert und zugeordnet und ein Untersuchungsbericht erstellt.
2010 veröffentlichte Prof. Dr. Pfeffer die zweite Aufrufschrift zur Rettung der Marstallgiebel.
Die Stadt Düsseldorf stellte die Marstallgiebel Ende 2012 unter Denkmalschutz und beantragte beim Landschaftsverband Rheinland im Februar 2013 Fördermittel für deren Restaurierung.
Zu wünschen ist, dass die restaurierten Marstallgiebel wieder in ihrer alten Umgebung neben dem Schloss Jägerhof allgemein sichtbar werden.
Der Heimatverein Derendorfer Jonges unterstützt die Rettung der Marstallgiebel durch eigene Spendenaufrufe. Auf dem gesonderten Spendenkonto des Vereins hat sich inzwischen ein fünfstelliger Betrag angesammelt.
Text: Prof. Dr. Klaus Pfeffer; überarbeitet von Manfred Klösters
Spenden können Sie unter Angabe des Verwendungszwecks „Marstallgiebel“ auf unser Spendenkonto 41 013 152 bei der Stadtsparkasse Düsseldorf (BLZ 300 501 10).
Eingegangene Spenden werden von den Derendorfer Jonges ohne Abzüge von Verwaltungskosten, etc. in Absprache mit Herrn Prof. Dr. Pfeffer für die Restaurierung verwendet.
Foto: Stadtarchiv Düsseldorf
Der Jägerhof nach 1910, von Südwesten gesehen. Durch Abbruch der klassizistischen Seitenflügel gewann er seine ursprüngliche Gestalt zurück. Vorne die von Wilhelm Kreis entworfene neubarocke Umfriedungsmauer, die vor der Schloßfront wieder in ein anschwingendes Gitter übergeht. Weiter nördlich, links im Bild, schließt sich die von Wilhelm Kreis neu errichtete Orangerie an, in deren Westfront wir den westlichen Marstallgiebel erkennen.