Am 27. April ist unser Geschäftsführer Karl-Heinz Gatzen nach schwerer Krankheit nach einem Unfall vor zehn Monaten in einem Krankenhaus in Bad Godesberg im Alter von nur 64 Jahren gestorben. Unsere Gedanken sind bei seiner Frau Dagmar, seinem Sohn Christian, seiner ganzen Familie. Wir wünschen euch viel Kraft!
Wir trauern um einen Mann, der nie in der Öffentlichkeit stehen wollte, aber aus dem Hintergrund alles möglich gemacht hat. Ohne Kalla Gatzen wären die Derendorfer Jonges heute nicht das, was sie sind. Er hat Derendorf geprägt. Durch sein Ehrenamt ebenso wie durch seinen Beruf. Gemeinsam mit seiner Frau Dagmar hat er im Haushaltswarenladen Ritzdorf an der Römerstraße Jahrzehnte lang den Stadtteil mit allem versorgt, was man zum Leben braucht. Und was es im Laden nicht gab, das wurde kurzerhand besorgt. Bis der Laden Ende 2020 nach 96 Jahren für immer seine Türen schloss.
Eine Karriere als Prokurist im Einzelhandel? Daran hatte Kalla früher nie gedacht. Er hat eine Ausbildung zum Energiegeräte-Elektroniker gemacht. Doch dann lernte er seine Dagmar kennen und das Schicksal nahm seinen Lauf. „Und als die Ausbildung beendet war, ein zwei Jahre später da war die Überlegung, den Laden zu übernehmen. Ich habe dann gekündigt und ein paar Jahre bei meinem Schwiegervater gearbeitet. Da habe ich zuerst die Montagen übernommen und dann hat er mir beigebracht wie man graviert. Ich habe mich dann immer mehr eingearbeitet und später hat Dagmar den Laden übernommen und mich angestellt“, hat er uns einmal erzählt.
1986 dann haben Dagmar und Kalla Haushalt- und Eisenwaren Ritzdorf übernommen und mit viel Herzblut weitergeführt. Egal welche Schraube, welcher Metallstift oder welches Werkzeug fehlte. An der Römerstraße fand man es. Und dort war dann auch die Heimat der Derendorfer Jonges. Vom Büro aus managte Kalla den Heimatverein, hatte Buchführung und Ordnung so gut im Griff, wie kein Zweiter.
Der Weg zu den Derendorfer Jonges war Familiensache. Seit 1976 war Kalla mit seiner Dagmar zusammen. „Ein Jahr später hat mein Vater Paul Ritzdorf Kalle für die Jonges geworben“, erinnert sich Dagmar. „kurz darauf war er schon in die Vorstandsarbeit integriert.“ Erst als Beisitzer unter Baas Willy „Wim“ Buschhausen, dann in anderer Funktion. Unter Baas Andreas Dahmen wurde Kalla dann zum Geschäftsführer und Nachfolger von Franz-Josef Vopel. Und das blieb er auch unter Charly Meyer und bis zuletzt unter dem aktuellen Baas Martin Meyer.
Während die Vorsitzenden in der Öffentlichkeit auftraten, den Weg des Heimatvereins vorgaben und große Projekte wie die Restauration und Umbau der Buscher Mühle, den Aufbau der Öffentlichkeitsarbeit oder die Etablierung des Mühlenfestes und des bunten Nachmittages vorantrieben, blieb Kalla Gatzen im Hintergrund und zog die Fäden. Das Rampenlicht, das mochte er nicht. „Kalle hat immer lieber im Hintergrund gearbeitet“, erzählt seine Frau, „am Anfang hat er die Vereinsarbeit nach Feierabend erledigt, nachdem wir den Laden 1986 übernommen haben, hat er in jeder freien Minute für die Derendorfer Jonges gearbeitet.“
Egal ob die Organisation der Buscher Mühle, die Buchung der Künstler beim bunten Nachmittag oder beim Buscher-Mühlenfest, die Beantwortung der Post, die Organisation der Vorstandstermine, Geburtstage und Jubiläen der Mitglieder, Hochzeitstage, die Vereinsführung, Anrufe bei unseren Gastrednern der Heimatabende oder das Korrekturlesen des „der Derendorfer“. Kalla hatte einfach alles im Griff. Ohne ihn wäre der Heimatverein heute nicht das, was er ist.
„Wie viel Arbeit Kalla klaglos einfach übernommen hatte und den übrigen Vorstand entlastet hatte, das haben wir erst verstanden, als Kalla nicht mehr seinen Aufgaben nachkommen konnte.“ Nach einem schweren Unfall vor zehn Monaten pendelte Kalla Gatzen zwischen Krankenhaus und Reha. Er konnte sich kaum bewegen, war aber stets hilfsbereit und konnte immer noch die Fragen seiner Vorstandskollegen beantworten. Und da gab es einige. Sechs Mann waren nötig, um überhaupt einigermaßen die Aufgaben zu erledigen, die Kalla bisher im Hintergrund übernommen hatte. Und bis zuletzt hatte der Vorstand der Derendorfer Jonges die Hoffnung, dass Kalla Gatzen vielleicht irgendwann wieder im Vorstand mitarbeiten können wird.
Bei der Jahreshauptversammlung Anfang April hatten die Derendorfer Jonges ihrem Geschäftsführer noch das Vertrauen ausgesprochen und ihn trotz seiner schweren Krankheit wiedergewählt. Er habe sich über die Geste sehr gefreut, berichtete Ehefrau Dagmar noch am gleichen Abend. Doch zwei Wochen später ist diese Freude der Trauer gewichen. Kalla Gatzen starb kurz vor seinem 65. Geburtstag in der Nacht zum 27. April in einem Krankenhaus in Bad Godesberg.
Mit Kallas Tod verlieren wir nicht nur den Geschäftsführer Kalla, nicht nur den Heimatfreund, nicht nur den Organisator, nicht nur den großartigen Handwerker – nein – wir verlieren einen liebenswerten, großartigen Menschen, der mit seiner unnachahmlichen Art uns alle immer mitgenommen hat.
Wir alle sind sehr traurig und werden Kalla immer in unseren Herzen tragen..
Kalla, du fehlst uns!
Der Vorstand der Derendorfer Jonges
Der gesamte Heimatverein Derendorfer Jonges